Närrische Glocken und Zeitungsenten

Zunftball begeistert mit Kreativität und Ausgelassenheit

Kein Wunder, dass der Zunftball in diesem Jahre wieder innerhalb von zwei Tagen ausverkauft war. Mit welcher Kreativität und Ausgelassenheit die Narren und Närrinnen am Samstagabend in der Scheffelhalle den Ball der Bälle feierte, sucht seinesgleichen. Für Obernarr Hannes Bliestle vom Tiroler Eck, stilecht im Elvis-Kostüm, ist der Zunftball deshalb die ursprünglichste Form der Fasnet.

Eigentlich hätte die Jury um den Zunftmeister der Poppele Stephan Glunk bei der Maskenprämierung kurz vor Mitternacht gefühlt nur erste Preise verteilen können. Denn die unzähligen Teilnehmer hatten ihrer Phantasie freien Lauf gelassen und dies perfekt in Szene gesetzt.

So waren mobile Biergärten mit entsprechender Jause in der ganzen Scheffelhalle unterwegs. Selbst die Kleingartenalage Knöpfleswies, wo nun doch keine Wohnbebauung kommen soll, rollte mit sattem Grün durch die Scheffelhalle und die Truppe um Hans-Peter Storz schenkte ein zünftiges Bio-Getränk aus. Und die Glocken bei Herz-Jesu, die im letzten Jahr verstummt waren, hatten sich ebenfalls auf den Weg zum Zunftball gemacht und bekamen, schließlich hatten sie zum Fasnet-Motto »Lond au´d Kirch im Dorf« geführt den ersten Platz bei den Gruppen mit Motto.

Ohne Motto waren die »Zeitungsenten«, aber nicht im »Wochenblatt« so die Gruppe auf Nachfrage, nicht zu schlagen. Selbst die englische Königsfamilie, nebst Schornsteinfegern, Feen, Popcorn und Hitchcocks Vögel hatten es sich nicht nehmen lassen in die Scheffelhalle zu kommen.

Und welche Magie ein solcher Zunftball haben kann, das stellten Heidi und Kurt Matt unter Beweis, die sich vor 50 Jahren ebendort kennengelernt hatten und am Samstag als Hochzeitspaar einen Ehrenpreis bekamen.

Für beste musikalische Unterhaltung sorgte die Partyband Lemongras und die Heufresser, die am Sonntag auf dem Höriumzug schon wieder groß aufspielen werden.

Quelle: Wochenblatt von Stefan Mohr, 24.02.2019