Poppele übernehmen Verantwortung als Ordnungshüter

Säckelmeister Holger Marxer, Zunftmeister Stephan Glunk, Zunftkanzler Ali Knoblauch und Narrenspiegel-Regisseur Ekkehard Halmer (v.l.) präsentieren die erste Ausgabe der neuen Serie Narrenplaketten, die der Singener Künstler Gero Hellmuth gestaltet hat. Bis 2030 sollen in dieser Form wieder alle Figuren der Singener Poppelezunft vorgestellt werden. | Bild: Biehler, Matthias

Die Zunft will noch mehr Sicherheit für die Straßenfasnet.

Eine neue Ära beginnt mit der neuen Narrensaison in Singen: Die Narrenplaketten bekommen nicht nur eine neue Form, sondern auch eine größere Bedeutung. Nach den Ereignissen im vergangenen Jahr soll der Zutritt auf den Hohgarten in diesem Jahr nur noch mit Plakette möglich sein. 2018 musste der Rathausplatz samt anliegender Gastronomie von der Polizei wegen einiger Pöbler komplett geräumt werden. Dabei seien die Rabauken oft schnell auszumachen, weil ihre Auffassung über Stimmung zu Fastnacht auch äußerlich erkennbar sei. Die Weigerung, sich durch die Narrenplakette am finanziellen Aufwand der Brauchtumsveranstaltung zu beteiligen, sei ein solches Zeichen. Dem wolle man entgegenwirken.
Die Poppele-Zunft will deshalb erstmals das Hausrecht für den Platz übernehmen: “Nach 2018 setzen wir auf ein noch professionelleres Sicherheitskonzept”, erklärt Poppele-Säckelmeister Holger Marxer. Dazu gehöre nicht nur der Einsatz mehr professioneller Sicherheitskräfte, sondern auch das konsequente Ausleuchten düsterer Ecken.
Auch musikalisch wollen die Narren abrüsten: Statt Ballermannsound bis Mitternacht soll in diesem Jahr wieder mehr fasnächtliche Musik im Mittelpunkt stehen. “Wir haben eine Liedersammlung von über 200 Liedern zusammengestellt, die auf dem Hohgarten abgespielt wird”, so Zunftkanzler Stephan Glunk bei der Programmvorstellung zur Fasnet in Singen in der Zunftschüür der Poppele im alten Dorf. Denn auch in diesem Jahr will die Zunft den Rathausplatz wieder vom Schmotzige Dunschdig bis zum Fasnachtssonntag bespielen. Da in der Innenstadt immer weniger Straßenfasnacht stattfindet, sei das Programm auf dem Rathausplatz entscheidend. Zusammen mit der Singener Kriminalprävention und der Polizei seien die Sicherheitskonzepte ausgefeilt worden. Der Dank der Narren geht an die Verwaltung. “Die Unterstützung ist da. Die Stadt ist ein Partner mit offenen Ohr”, so Marxer. Klar sei, dass mehr Sicherheit auch mehr Geld koste. Aber das sei die Sache wert. Zunftkanzler Ali Knoblauch präsentierte stolz die neue, jetzt noch wichtiger gewordene Plakette, die Gero Hellmuth als Haus- und Hof-Maler der Zunft gestaltet hat. Mit dem Antlitz des Poppele startet die neue Serie, die bis 2030 alle Figuren der Zunft abbilden soll. “Im vergangenen Jahr ist ja die Serie zu Ende gegangen, die ein Gesamtbild abgegeben hat”, so Knoblauch.

Zur Programmvorstellung hatte Zunftmeister Stephan Glunk auch den Narrenspiegelverantwortlichen Ekkehard Halmer gerufen. Was dieses kabarettistische Abendprogramm in der Singener Stadthalle angeht, so wollten sich Glunk und Halmer nicht wirklich in die Karten schauen lassen. Dass die politischen Ereignisse des Jahres hier in dreieinhalb Stunden auf die Schippe genommen werden, versteht sich von selbst. Rund 200 Akteure werden für Unterhaltung sorgen. Erfreut ist Halmer, dass sich einmal mehr die Jugend auf der Narrenspiegel-Bühne präsentiert. “Der Blick in die Zeitung hat bei der Programmauswahl geholfen”, betonte Halmer und kündigte an, dass auf der Bühne Platz für die vielen Baustellen, das Hohentwieljubiläum und den hitzigen Sommer geschaffen werden soll. Und natürlich werde auch die skurile Diskussion um den Datenschutz thematisiert.

Fasnetbälle in der Scheffelhalle

Ein erster Höhepunkt werde mit dem Festakt zum 25-jährigen bestehen der Poppele-Jugend bereits am amstag, 19. Januar, in der Bildungsakademie gefeiert. Bereits ausverkauft ist der traditionelle Zunftball, Restkarten gibt es noch für den Bürgerball am Fasnetsamschdig in der Scheffelhalle.

Quelle: Südkurier Singen, 18.01.2019 Bild und Bericht von  Matthias Biehler