Siehsch es brumme

“Pickepackevolle Martinsitzung der Poppele-Zunft

Beider Martinisitzung der Poppele-Zunft wurde Christine Waibel (Mitte) inden Rat aufgenommen, wo sich sich um das Sponsoring kümmert.

Das Fasnetmotto der Poppele-Zunft ist seitjeher im besten Fall ein Sinnbild eines in Singen unausgesprochenen aberzutreffenden Befindens: Das als finaler Höhepunkt der Martinisitzung amSamstag präsentierte »Siehsch es brumme« ist ein Motto, dass das vorSingen liegende Jahr 2018 in drei Worten perfekt zusammenfasst.

Und wem es noch zuwenig baumäßig brummt, der kann sich vonMotto-Präsentator Ekke Halmer hierzu einen Gutschein abholen, damit sichdies ändert. Ein Schelm, wer böses denkt, dass Oberbürgermeister BerndHäusler der erste Abnehmer war.

Schon im pickepackevolle Gruezsaal brummte es am Samstag gewaltig,sodass die Narrebolizei immer wieder ob der ausgelassenen Narren zurRuhe mahnen musste. Und das lag nicht an den fast 100 Kinder undJugendliche der Poppeljugend, die auf der Empore dem Spektakel teilweisebeiwohnten.

Mit welcher rhetorischen Nonchalance Zunftmeister Stephan Glunk nachseiner ausführlichen Begrüßung die Abendgesellschaft von Singen Aktivnachspielte, war urkomisch. Ganz nach dem Vorbild des dortigenReferenten animierte er den ganzen Saal zum mitmachen und es gelang ihmsogar, den Namen einer attraktiven jungen Frau dank Gedankenübertragungzu erahnen – hilfreich war ein wenig dabei, dass es Bürgermeisterin UteSeifried war. Schwerer tat sich der Zunftmeister mit der Fake-News, dassder Poppele schon am letzten Sonntag beim Martiniumzug als St. Martinaufgetreten sei, auch wenn er die Ähnlichkeit eines ihm unbekannten TimoHeckel mit der bekannten Zunftgestalt nicht abstreiten wollte.

Dessen ungeachtet eröffnete der Geist des Poppolius anschließend dieFasnet mit Schellehansele, Hoorige Bär und all den anderen den Singenerliebgewonnen Fasnetsfiguren. Nicht nur OB Häusler dürfte beimtraditionellen Rückblick von Zunftkanzler Alois Knoblauch der Kopfgebrummt hat. Denn wie schon Zunftmeister Glunk vorgeschlagen hatte,sollte Bruno besser Bernd – der Baubär heißen. Ob dieser einemBahnhofsdach, wie Knoblauch vorschlug, ganz nach den Farben der Zunft inrot-blau zustimmen würde, ist nicht bekannt. Ebenso wie er zu demsicherlich, den Finanzen der Stadt einträglichen Vorschlag Knoblauchsstand, aus dem Conti einen erotisch-städtischen Eigenbetrieb zu machen.Gewiss ist sich der Zunftkanzler jedenfalls, dass die Hegaustraße anMartini fertig sei – nur eben nicht in diesem Jahr. An die Bebauung desKunsthallenareals mag Knoblauch noch nicht wirklich glauben, so vielePläne wurden hier schon gemacht, dass man hiermit ein ganzes Buch füllenkönne.

Ein jüngeres und attraktiveres »Brummen« wird es demnächst auch im Ratder Poppele-Zunft geben – denn in diesen wurde Rebwieb Christine Waibelaufgenommen, die künftig für Marketing zuständig sein wird. Freuendürfen sich alle Singener nach einer hoffentlich ausgelassenen Fasnetauf ein besonderes Martini 2018 – denn der 11.11. fällt dann auf einenSonntag und Martini-Sitzung, Martini-Markt und der Martini-Markt werdendann gemeinsam gefeiert.

Quelle: Singener Wochenblatt, 11.11.2017 von Stefan Mohr“

11/11/2017