Die Fasnet kehrt 2023 endlich zurück

Die Fasnet kehrt 2023 endlich zurück

Quelle: Südkurier Singen, von Matthias Güntert, 10.01.2021
https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/singen/fastnacht/feiern-in-der-disko-zahlen-wie-in-der-scheffelhalle-so-planen-die-poppele-die-fasnacht-2023

Sie scharren mit den Füßen. Sie stehen in den Startlöchern. Sie können es kaum erwarten. Nach zwei Jahren Zwangspause kehrt die Fasnet endlich wieder zurück nach Singen. Das Poppele-Herz freut’s. Denn viel zu lange mussten die Narren aus der Hohentwiel-Stadt die närrische Handbremse ziehen. „Wir freuen uns, dass die Fasnet in diesem Jahr endlich wieder so abläuft, wie wir sie lieben“, sagt Zunftmeister Stephan Glunk. Er rechne aktuell nur mit sehr wenigen bis gar keinen Einschränkungen. Oder wie er es anders formuliert: „Die Fasnet ist endlich wieder zurück.“ Laut Glunk seien die Planungen bei den Poppele nahezu abgeschlossen. „Und zwar so wie vor Corona“, sagt er. Einige Änderungen gibt es dann aber doch.


Die Bälle:

„Schon an der letzten Fasnet hatten wir geplant, den Zunftball und die Singener Fasnet in Ermangelung der Scheffelhalle ins Top10 zu verlegen“, sagt Stephan Glunk. Dann kam Corona und machte dem Ausweichplan einen Strich durch die Rechnung. Doch in diesem Jahr sollen die beiden Bälle in der Singener Großraumdisko stattfinden. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass das klappt“, sagt Säckelmeister Holger Marxer. Der Platz sei ideal, vor allem mit Blick auf die Logistik.
Das meiste, was die Singener Fasnet-Bälle ausmache, solle laut Marxer mit ins Top10 genommen werden. Dazu gehören die Auftritte von Live-Band und Guggenmusiken ebenso wie die Maskenprämierung um 23 Uhr. Der Zunftball findet am Samstag, 11. Februar, statt. Eine Woche darauf lädt die Singemer Fasnetsnacht am 18. Februar ins Top10 ein. Beide Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr. Neu ist allerdings in diesem Jahr eine Altersbeschränkung. Wurde bei den Singener Fasnet-Bällen sonst mit Altersbändel agiert, sind die Veranstaltungen in diesem Jahr erst ab 18 Jahren. „Wir wollen die Anstehzeiten minimieren und haben ja jetzt ein Alternativprogramm“, sagt Marxer. Was er damit meint? Am Freitag, 17. Februar, finden ebenfalls im Top10 ein Kindernachmittag (ab 14.30 Uhr) und ein Jugendball (ab 17 Uhr) statt. „Wir können dadurch aus dem Vollen schöpfen“, so Marxer weiter.

Schlechte Nachrichten gibt es allerdings von der Ticketfront: Der Zunftball ist laut Marxer bereits ausverkauft. Für die Singemer Fasnetsnacht sind allerdings noch Karten erhältlich. Ohnehin sei die Kapazitätsgrenze einer der Vorteile im Top10. Laut Marxer werden zum Zunftball 2300 Besucher erwartet. Bei der Singemer Fasnetsnacht rechne er sogar mit noch einmal 300 bis 400 Besuchern mehr. Bei den Preisen gibt es von den Poppele Entwarnung. „Es werden bei beiden Bällen keine Diskopreise bei den Getränken verlangt“, so Marxer im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Stattdessen sollen die Preise an die Preislisten aus der Scheffelhalle angepasst werden.


Der Narrenspiegel:

„Die Proben laufen auf Hochtouren“, sagt Narrenmodder Ekke Halmer. Zwei Aufführungen des Narrenspiegels sind in der Stadthalle geplant: Eine am Freitag, 3. Februar, und die andere am Samstag, 4. Februar. Es ist der erste richtige Narrenspiegel in Präsenz seit zwei Jahren.
An Themen wird es den Poppele auch in diesem Jahr nicht fehlen: Die Krankenhausdebatte wird darin vorkommen, ebenso die Klimakrise und die vielen, vielen ausgefallenen Feste. Laut Ekke Halmer arbeiten mehr als 200 Personen im und am Narrenspiegel mit. Mit Blick auf die Proben mussten die Poppele allerdings kreativ werden. „Wir konnten nicht in der Scheffelhalle proben, vieles fand in der Zunftschüür statt“, sagt Halmer. Auch die Kulisse werde deshalb nicht so groß ausfallen wie in den Jahren vor Corona. Ohnehin haben die Narren viele Gebäude nach dem Brand in der Scheffelhalle wieder neu für sich entdeckt, etwa das Kardinal-Bea-Haus. Dort findet am 21. Februar die Fasnetsbeendigung um 20 Uhr statt.
Erstmals nicht mehr im Programm ist der Seniorennachmittag. Laut Halmer rechnen die Narren damit, dass der Zuspruch nicht so hoch sein werde. Dies hänge auch damit zusammen, dass ältere Besucher eventuell noch immer vorsichtiger zu Präsenzveranstaltungen eingestellt seien. „Deshalb verzichten wir in diesem Jahr darauf“, so Halmer.


Der Rathausplatz:

Auch für Samstag, 18. Februar, gibt es gute Nachrichten. Laut Zunftkanzler Ali Knoblauch werde dort von 12 bis 19 Uhr alles beim Alten sein: Bewirtung im Zelt, närrisches Treiben auf dem Rathausplatz, Plakette als Eintrittskarte. „Wir wollen dort wieder ein Zentrum für die Singener Fasnet schaffen“, hofft Stephan Glunk.
Aber der Zunftmeister hebt auch hervor, dass dieses Zentrum eine teure Angelegenheit für die Poppele sei. Ali Knoblauch rechnet vor: 2012 habe man dort keinen Sicherheitsdienst gebraucht, 2015 waren es vier Mann und in diesem Jahr werden es 13 Sicherheitsmitarbeiter sein. „Das ist leider nötig“, sagt Knoblauch.


Die Plaketten:

Die Plakette 2023 zeigt eine der närrischen Kultfiguren in Singen: den Hoorige Bär. Und die Plakette ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern stellt für die Narren die wichtigste Einnahmequelle dar. „Wer die Plakette kauft, unterstützt die Singener Fasnet“, betont Glunk. Sie wurde auch in diesem Jahr vom Künstler Gero Hellmuth gestaltet. Fast 10.000 der 2023er Plakette wurden produziert.


Der Umzug:

„Endlich wieder Straßenfasnet“, fasst Zunftmeister Glunk zusammen. Und damit kehrt auch ein Höhepunkt der Singener Fasnet zurück: der Fasnetumzug am 18. Februar um 14.15 Uhr. Bereits jetzt hätten sich laut Glunk 60 Gruppierungen dafür angemeldet. „Andere Zünfte veranstalten mit der Größe ein ganzes Narrentreffen“, betont Marxer.

Bus und Rathaussturm:

An den beiden Samstagen der Poppele-Bälle soll es laut Holger Marxer einen Shuttlebus in die Singener Südstadt direkt zum Top10 geben. Sie sollen ab 19.15 Uhr am Rathaus abfahren. „Die Busse werden in Dauerschleife fahren“, sagt er. Zurück geht es vom Top10 bis frühmorgens, allerdings fahren die Busse auf dem Heimweg nur bis zum Busbahnhof.
Nachdem die Machtübernahme im vergangenen Jahr wegen Corona im Freien stattfand, soll dies 2023 beibehalten werden. Laut Stephan Glunk wollen die Poppele am Schmutzigen Dunschtig, 16. Februar, um 13 Uhr die Macht im Rathaus der Stadt Singen übernehmen.

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