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Berichte 2012

Ausführliche Nachrichten u. Berichte aus dem Jahr 2012

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22.02.2012
Versteigerung und Wurstzipfelrede
Der Narrenbaum ging als "Geburtstagsgeschenk" an Rebwiebermodder Heike Osann nach Gottmadingen. Das Narrenloch wurde den Nachwuchsakteuren des Narrenspiegels für ihre famosen Auftritte gewürdigt. Narrenbaumdolden erhielt Medienrat Klaus-Peter Bauer für seine Bilderrückblicke. Der "Kuh vom Land" Sigrun Mattes wurde der Wurstzipfelorden verliehen. Narrenbolizei Rudi Grundmüller suchte in den Wurstzipfel-Foren im Internet über die Gründe, warum eine Wurst immer der Länge nach aufplatzt.
 

Närrischer Jahrmarkt 2012
Familiäre Seite der Singener Fasnacht
Er gehört dazu wie der Schmotzige Dunschtig: „Wenn nicht grad ein Orkan herrscht, ist das Pflichtprogramm“, meinte nicht nur Doris Hauschild. „Dazu auch noch ein blauer Himmel – was will ein Narrenherz mehr.“ Dass sich so ein Ausflug doppelt lohnt, erlebte sie gleich bei der Begegnung mit Oberbürgermeister Oliver Ehret, der die Kritikerin des Kartenverkaufs für den Neujahrsempfang gestern versöhnlich in die Arme schloss.
Gestern war der Närrische Jahrmarkt Anziehungspunkt für Narren und Nichtnarren. Auf dem Rathausplatz herrschte beste Stimmung. Die Besucher bummelten von Stand zu Stand. Auch Gerda Ebeling kommt jedes Jahr. Sie genoss besonders das große Angebot an lukullischen Spezialitäten. Zita Wirsch war beim Billigen Jakob fündig geworden, da seien manchmal wahre Raritäten zu finden. Dort wühlten sich die Schnäppchenjäger durch das Sammelsurium und hatten ihren Spaß.
Angebot war ein Eldorado für Nostalgiker und Kruschtliebhaber. Gebrauchsgegenstände, Kuriositäten und Raritäten türmten sich auf den Tischen und auch bergeweise hinter dem Stand. Die Mannen bewiesen sich als gewitzte Verkaufsgenies: „Greift zu, der Kruscht ist längst weg“, erinnerten sie auch daran, dass der Erlös dem Kinderheim St. Peter und Paul zugute kommt.
Auch der Hutstand der Reb-Wieber war ständiger Anziehungspunkt. Nach zwei Stunden war von den rund 80 fantasievollen Kreationen der größte Teil schon verkauft. Bei den Bücher-Mäusen deckte sich manch einer gleich stapelweise mit Lesestoff ein. Vor der Puppenbühne der Muettersprochgsellschaft verfolgten die jüngsten Besucher gebannt die Geschichte vom Poppele und dem Eierwieb. Fröhlich und schwungvoll ging es vor der großen Bühne zu, manch eine Musikkapelle lud zum Mitklatschen und auch Schunkeln unter freiem Himmel. Gleich nebenan wurde in beschaulicher Runde gestrickt – jeder Besucher konnte einem Hansele- und einem Reb-Wieber-Schal Maschen hinzufügen.
Rund um das Rathaus erfüllte der Duft nach Fettgebackenem und Spezialitäten den Platz und lud zum Genießen und Verweilen. „Hier trifft man Leute, die man teilweise jahrelang nicht gesehen hat“, kommt auch Fritz Möhrle als gebürtiger Singener regelmäßig aus Markelfingen zum Närrischen Jahrmarkt. Renate Langenwalder genoss die tolle Atmosphäre. Heute wohnt sie in Arlen, der Singener Fasnacht sei sie aber treu geblieben.
Quelle Südkurier, 20.02.2012 von CHRISTEL ROSSNER
 

Südkurier-Interview
Ein richtig uriger Geselle
Montags bei Trautmann: Marco Matt ist der Chef der Singener hoorigen Bären. Im Redaktionsgespräch mit Gudrun Trautmann gibt er einige Einblicke in die Faszination des Bärenlaufs. Dafür nimmt er Jahr für Jahr etliche Mühen auf sich.

Herr Matt, wir haben den Höhepunkt der fünften Jahreszeit erreicht. Ist die Fasnacht in Ihrer Familie genetisch bedingt?
Wenn Sie meine Eltern und Geschwister meinen, so muss ich das ganz klar verneinen. Die haben mit der Fasnacht alle nichts am Hut. Aber ich war schon früh von diesem Virus infiziert. Da hat meine Mutter immer gesagt, ich hätt's von der Großmutter. Die lebte im Schwarzwald und war vom Schmutzigen Dunschdig bis Aschermittwoch kaum im Bett.

Wann haben Sie die närrische Seite bei sich entdeckt?
Schon in der Schule wusste ich, dass das was für mich ist. Als kleines Kind habe ich die Lehrerin gefragt, wie ich aktiver Narr werden könnte. Sie erklärte mir, dass man zuerst 16 sein müsste, um in die Zunft aufgenommen werden zu können. 1993 habe ich dann meine erste Fasnacht als Zunftgeselle bei den Poppele mitgemacht.

Das heißt, dass Sie gar nicht von Anfang an als hooriger Bär in Singens Straßen und auf Narrentreffen unterwegs waren.
Der hoorige Bär braucht sehr viel Zeit. Die hatte ich anfangs nicht. Als ich in Freiburg studierte war die Entfernung ein Hindernis.

Heißt das, dass diese Figur aufwändiger ist als andere?
Ja, auf jeden Fall. Wir müssen ja jedes Jahr ein neues Häs aus Erbsenstroh anfertigen. Und das bedarf einer langen Planung und fordert viel Einsatz von den aktiven Bären und einigen andere eifrigen Helfern

Können Sie das etwas detaillierter beschreiben?
Eigentlich muss man sich fast das ganze Jahr um das Häs kümmern. Das beginnt schon mit der Aussaat der Erbsen im Frühjahr. Wir haben da einen Bauern in Liggeringen, der die Erbsen auf rund 2000 Quadratmetern für uns anbaut. Ende Juli, Anfang August werden die erwachsenen Pflanzen mit der Frucht von Hand aus dem Boden gerissen. Da müssen alle Mitglieder der Bärengruppe helfen. Am Abend weiß jeder, was er getan hat. Zum Trocknen werden die Pflanzen gebündelt. Ende Oktober beginnen wir dann schon damit, die Häser zu nähen.

Wie kann man Erbsenstroh nähen?
Das Stroh darf nicht zu trocken sein, damit es nicht zerfällt. Wir schneiden es in gleichlange Stücke und nähen es dann auf Klettbänder. In diesem Punkt sind wir vor ein paar Jahren ganz modern geworden. So kann man die Streifen mit dem Stroh leicht auf dem Stoffgrund befestigen. Und die Kostüme lassen sich auch leichter ausbessern, wenn sie zum Ende der Saison schon etwas zerfleddert sind.

Ja, die Bären müssen im Gegensatz zu den anderen Figuren der Zunft jedes Jahr erneuert werden.

Wie lange arbeiten Sie an den Häs?
Im Schnitt etwa 30 Stunden. Wir werden dabei unterstützt von den Rebwiebern. Aber wir nähen auch alle selber. Dazu treffen wir uns dann immer an den Samstagen.

Vermutlich benötigt man eine spezielle Maschine für die Arbeiten.
Genäht wird auf einer Sattlermaschine.

Und die Holzmasken gehören dem Verein?
Ja, die sind Eigentum der Poppele. Wenn ein hooriger Bär aufhört, übernimmt sein Nachfolger die Maske. Die Holzmasken sind handgeschnitzt und kosten etwa 400 bis 500 Euro. Außerdem sind da ja noch der Fellbär und der Bärentreiber.

Gibt es unter den hoorigen Bären auch Frauen?
Nein, da sind wir sehr traditionsbewusst. Bei uns können nur Männer hoorige Bären werden.

Wie groß ist Ihre Gruppe?
Es gibt 14 Masken. Doch in diesem Jahr konnten wir nicht alle Häser dazu nähen, weil uns das Erbsenstroh ausgegangen ist. Wegen des vielen Regens im Sommer ist alles verfault.

Was ist für Sie der Reiz daran, in so ein kratzendes, pieksendes Häs zu steigen?
Es macht unglaublich viel Freude zu sehen, wie die Zuschauer von den eindrucksvollen Figuren begeistert sind. Das Erstaunen und die Verwunderung sind groß. Mir gefällt diese bäuerliche Figur einfach sehr gut.

Wann gab es die ersten hoorigen Bären in Singen?
Die gab es schon bevor Singen Stadt war. 1880 wurde das Erbsenstroh aber noch direkt am Körper festgebunden. Als Singen Stadt wurde, verschwanden die Bären für eine Weile. 1949 wurden sie wieder eingeführt.

Eine Gruppe von 14 Bären zu einem Narrentreffen zu transportieren, stelle ich mir nicht so einfach vor. Und bequem sind die Häser ja auch nicht. Wie lösen Sie dieses logistische Problem?
Wir brauchen einen extra Wagen für die Häser. Da werden wir zum Glück immer sehr gut unterstützt. Und das Strohhäs tragen wir ja nur auf den Umzügen. Ansonsten sind wir in der Kutte der Zunftgesellen unterwegs.

Wenn Sie an Aschermittwoch denken, werden Sie dann traurig?
Nein, nach der Fasnacht bin ich froh, dass alles wieder seinen gewohnten Gang geht.
 

Kindernachmittag 2012
Kinder reisen ins Weltall

Schon vor Beginn des Kindernachmittages der Poppele-Zunft strömte der Narrensamen gestern in Richtung Scheffelhalle. Fantasievoll ausstaffiert hatten sich bunte Gestalten auf den Weg gemacht, ob Kleinkind in Mutters Schutz oder schon zu den Jungnarren zählend.
Selten bietet die Scheffelhalle ein so farbenprächtiges Bild, erwartungsvoll tobte die junge Narrenschar ausgelassen über den Hallenboden. Und sie wurde nicht enttäuscht. An Spielideen mangelt es beim Kindernachmittag nie, gestern hat sich das Team der Poppele-Zunft noch selbst übertroffen: Unter dem Motto „Im Weltall“ nahmen die Mitstreiter das junge Narrenvolk mit auf die Reise in den Weltraum und hoben ab zu den Planeten Jupiter, Mars oder auch Saturn. Auch die Scheffelhalle war speziell für dieses Thema futuristisch dekoriert.
Mit dabei sein wollte auch der Poppele, der nochmals aus der Gruft stieg, die Geschichte vom Eierwiieb vorführte und die Narreneltern und Poppele-Figuren vorstellte. Allein das brachte so manch kleines Mäschgerle zum Staunen. Dann war der Weg frei für die Zukunft und die Reise in die Galaxie. Damit startete ein Aktionsprogramm, das auch den Eltern sichtlich Spaß bereitete. Beeindruckt allein vom Team als glitzernde Marsmännchen blieb den Jungnarren kaum eine Verschnaufpause. Die Spiele reihten sich nahtlos aneinander, alle waren mit Begeisterung dabei und ließen sich mitreißen. Bei bester Stimmung kleiner und großer Narren rauschte das Programm mit Tänzen und Spielen durch den Nachmittag.
„In diesem Jahr sind wir galaktisch unterwegs und steigen in unsere Rakete“, und schon richteten sich alle Augen gespannt in Richtung Bühne. „Appolius 12“ stand bereit, nach dem Countdown startete der Flug in sphärische Weiten. Auf jedem Planeten erwarteten die Teilnehmer Spiele oder auch Vorführungen. Darunter die Kindertanzgruppe der Poppele in prächtiger Ausstattung und eine Lichtschau im Schwarzlicht zu fetziger Musik, die Partystimmung bei allen Gästen aufkommen ließ.
Quelle Südkurier, 18.02.2012 von CHRISTEL ROSSNER
 

Extrawürste und Gemeinderats-Kunstwerke
Poppele setzen lokale Politik in den richtigen Rahmen

Dieser »Sündenfall« hätte Lukas Semsi gegolten. Doch der zu CDU gewechselte Gemeinderat war erst gar nicht zur närrischen Ratssitzung erschienen, so dass der Narrenpolizist seine Rolle übernehmen musste.

Poppele-Zunftmeister Stephan Glunk redete nicht lange um den Brei herum: mit den Poppele hätte es das Kunsthalle-Stillstand-Problem ebenso wenig gegeben wie das Schuhgeschäft-statt-Marktpassagen-Problem oder das Wurstbude-vor-der Marktpassage-Problem. Deshalb setzte er OB Ehret, Bürgermeister Häusler und den ganzen Gemeinderat ab, wie man das von ihm erwartet hatte. Doch damit war es natürlich nicht geschehen. Denn OB Oliver Ehret konnte sich gleich einer neuen Aufgabe widmen: »Nur wer Extrawürste verteilt, wird als OB wiedergewählt. Und ich will wiedergewählt werden.« Sodann verteilte der fleißig hunderte von Extrawürsten im Singener Ratssaal und holte dafür sogar die Kritiker des Vorverkaufs beim Neujahrsempfang mit ins Boot.
Die Poppele erklärten die Singener Gemeinderäte zu Kunstwerken im neuen Singener Kunsthaus »Art & Cars« und hatten manchen Alefanz damit im Sinn. Allerdings hatten einige Gemeinderäte ihre Entmachtung schon vorher vollzogen. Statt Lukas Semsi musste der Narrenpolizist als »Sündenfall« herhalten, statt Marion Czajor die Rebwiebermutter. Das freute allerdings den daneben stehenden OB Oliver Ehret. Auch die Grünen-Fraktion wollte nicht närrisch sein. Die Fraktionen selbst durften sich redlich verteidigen. Die CDU kam mit Protestschildern und spielte mit den Narrenmotto »S’ duet’s scho no«, forderte warmes Wasser im Aachbad, die Wiedereinführung der unechten Teilortswahl, den Erhalt der Scheffelhalle, den Bruch der Macht der Poppele und wollte auch in der Narrenzeit keine Klinik-Fusion. Die SPD-Fraktion legte das Motto gar in die Melodie von »Ti Amo« und liebäugelte mit einem Ja zur Klinikfusion, forderte endlich neue Stühle im Ratssaal. Den Vogel schoss die FDP mit ihrem Politessen-Auftritt ab: Auch Peter Hänssler schaffte den Narrensprung nicht mehr, aber Kirsten Brößke und Christine Waibel versprachen sogar einen Politessen-Kuss für fleißige Parksünder. Die Freien Wähler machten es ganz kurz indem sie Klaus Forster sagen ließen, dass sie eigentlich nichts sagen wollten. »Das war die beste Rede seit langem«, lobte Stephan Glunk.
Dass die Narrenzeit und der Wunsch nach Wiederwahl irgendwie verwandt sein müssen, machte OB Ehret deutlich, der zum Abschluss gar noch einen Song mit den Bliestle-Brüdern vom Tiroler Eck sang. Denn das Duo hatte am letzten Wochenende ihrem Narrenspiegel »Tiroler Gschätz« das Narrenrecht wirklich ausgeschöpft und war mit der Stillstands-Politik in Singen ganz schön hart ins Gericht gegangen.
Quelle: Singener Wochenblatt, 16.02.2012 von Oliver Fiedler

 

Machtübernahme Rathaus 2012
Extrawurst ist Ehret wurst
Stephan Glunk setzt die richtigen Prioritäten. „Wir wollen den Oberhalodri Oliver Ehret, OB a.D., absetzen“, verkündete er gestern. Am liebsten würde er ja die Gemeinderäte in Gelbe Säcke stecken, „doch da weiß man nie, wann sie abgeholt werden“. Als Variante hielt er sich für die Zukunft offen, die Damen und Herren Kommunalpolitiker neben Glascontainer zu ihresgleichen zu positionieren – zu den leeren Flaschen nämlich. Ehret wollte nicht tatenlos zusehen und ergriff das Wort. „Ich weiß, dass ich für meine Wiederwahl Extrawürste verteilen muss“, rief er dem Volk zu, „also habe ich den Wipf mitgebracht, denn der hat ja 100 Karten für den Neujahrsempfang bekommen und war dann alleine da“, erzählte er, „und Leserbriefschreiberin Doris Hauschild, die das entdeckt hat, ist auch hier.“ Das Trio schnappte sich 100 Extrawürste und verteilte sie unter den hungrigen Gästen.
Glunk war derartiger Fleischverzehr irgendwann zu viel und er bat Gemeinderäte zu sich, um sie festlich eingerahmt bis Aschermittwoch ins Singener Kunstmuseum zu schicken.
Ehret wurde so zu Caspar David Friedrichs Werk ‚ Der Wanderer über dem Nebelmeer'; Finanzbürgermeister Bernd Häusler fand sich in Spitzwegs ‚Der einsame Poet' wieder; der Neu-CDUler Lukas Semsi musste für Michelangelos ‚Der Sündenfall' Modell stehen; Karl-Heinz Schwarz tauchte als Vertreter der Teilorte in da Vincis ‚Das letzte Abendmahl' auf; Marion Czajor trat in Picassos ‚Friedenstaube' auf und SPD-Frau Regina Brütsch wurde von Ernst Ludwig Kirchners ‚Rote Kokette' eingerahmt.
Derart zur Schau gestellt, versuchten die Gemeinderäte mit aller Macht, die Poppele zurückzudrängen – was ihnen, so viel sei vorweggenommen, trotz intensivster Charmeoffensiven nicht gelang. So stand die CDU geschlossen als schwarzer Block demonstrierend auf, hielt Parolen in Schüttelreimen – bis sich die Beobachter schütteln mussten. Kostprobe? „Wir demonstrieren gegen alles – gegen Blödheit, Unvernunft und diese blöde Poppele-Zunft.“ Die Räte der SPD sangen mit einer graziösen Regina Brütsch am Mikrofon Umberto Tozzis Klassiker Ti Amo – der Text drehte sich jedoch um das gar tragische Ende der Unechten Teilortswahl. Sie kamen zu dem Schluss: S'duets scho no!
Augenfreude und allerlei Stoff für diverse Fantasien bereitete das FDP-Duo Brößke-Waibel – jede als kesse Politesse. „Den Hänssler kööt' ihr vergessen, wir sind die besseren Politessen“, hauchten sie ins Mikrofon und versprachen nebst Strafzettel auch leckere Küsse. Und so kam es, dass gestern Nachmittag hunderte Autos plötzlich im Parkverbot standen.
Quelle: Südkurier, 17.02.2012 von ANDREAS SCHULER
 

Zunftball 2012
Hästräger konkurrieren um die besten Kostüme

Zwischen Mir und Weltall, Vampiren und Raben, Knöllchenjägern und Krankenhausrettern wurde der Zunftball in der Scheffelhalle am Samstagabend zur Umlaufbahn närrischer Ideen. Die Tom-Alex-Band sorgte mit gewohnter Routine für den passenden Sound und dass am Ende die Weltraumeroberer einen ersten Preis beim Kostümwettbewerb eroberten, passte prächtig zur Stimmung.
Wie Satelliten kreisten die Narren über die Tanzfläche und die Jury um Poppele-Zunftmeister Stefan Glunk hatte es fast durchgängig mit schweren Entscheidungen zu tun. Einzig bei den Einzelmasken hat Simon Götz als erster und einziger Ehret nicht nur das Singener Krankenhaus gerettet, sondern auch einen ersten Preis für das mottogerechte Kostüm erhalten. Und dass die Poppele auch für den Klimawandel gerüstet sind, hat ein „Sommerhansele“ unter Beweis gestellt, das mit kurzen Hosen auch den Temperaturen in der dicht gefüllten Scheffelhalle ideal schien.
Tief in die Befindlichkeiten der Zunft haben Narrenvater Peter Kaufmann und seine Angelika geblickt, die trotz lauter „Schiebung“-Rufe der Narrenmutter ebenfalls prämiert wurden. Sie haben fleißig Erbsensamen unters Volk gebracht, um Singens Hoorige Bären vor dem Aussterben zu bewahren. Die letzten acht ihrer Art leiden zwar nicht am Klimawandel, aber am fehlenden Erbsstroh.
Dem Klimawandel wollten auch die Glühwürmchen vom Tiroler Eck entgegnen, die der SÜDKURIER-Debatte um eine Beleuchtung des prächtigen Hausberges eine ganz natürliche Variante beifügten. Auch das war der Poppele-Jury einen Preis wert. Sie verwiesen die Hallenbad-Jubiläums-Gäste vom Poppelechor auf den zweiten Platz. Davon ließen sich die Schwimmbadfreunde aber nicht die Laune verderben. Mit vielen Gästen feierten sie bis in die frühen Morgenstunden den Ball der Bälle im legendären Stall der Ställe.
Quelle Südkurier, 13.02.2012 von MATTHIAS BIEHLER

 

Bündnis für eine saubere Fastnacht
Elternbrief und Jugendschutzstreifen als Prävention

Marcus Berger, Poppele-Chef Stephan Glunk, Rainer Schacherer von der Polizei Singen, Gesamtelternbeiratsvorsitzende Beatrix Gabele, OB Oliver Ehret und Marcel Da Rin von der Kriminalprävention werben für eine friedliche Fastnacht.
»Wir wollen, dass Fastnacht fröhlich gefeiert wird. Wir wollen auch dass die Jugendlichen an Tagen wie dem Schmotzigen Donnerstag auf die Straße gehen und dort feiern, denn dort gehört die Fastnacht auch hin«, machte Singens OB Oliver Ehret am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz deutlich. »Wir wollen Eltern als Vorbilder und die Jugendlichen selbst aber auch darauf sensibilisieren, dass es auch ohne übermäßigen Alkoholkonsum geht und auch ohne Müllhalden oder Sachbeschädigungen.« Aus diesem Grund haben Marcus Berger vom Ordnungsamt und Marcel Da Rin von der Singener Kriminalprävention einen Elternbrief verfasst der gegenwärtig über die Schulen verteilt. Auch an die Einzelhändler und Wirte wurde ein Brief verschickt, in dem sie daran erinnert werden, dass der Jugendschutz auch an Fastnacht seine Gültigkeit hat. Zudem hat die Singener Kriminalprävention an den Tagen vor Fastnacht Testkäufe in den Geschäften der Stadt angekündigt, um zu Testen wie genau das mit dem Jugendschutz genommen wird. Der Geschäftsführende Leiter der Singener Schulen, Thomas Kessinger von der Ekkehard-Realschule lobte die Singener Poppelezunft, der es mit ihrem großen Programm am Schmotzigen Donnerstag vom Morgen bis Mitternacht auf dem Rathausplatz gelungen sei, einen Anziehungspunkt zu bieten, der von den Jugendlich auch angenommen werde. Stephan Glunk von der Poppelezunft machte deutlich, dass sich die 13 Narrenzünfte in Singen einig darin seien, dass man Fastnacht auch ohne Alkohol gut feiern könne. Mit nicht unbeträchtlichem Aufwand könne man auf dem Rathausplatz an den großn Festtagen Donnerstag, Samstag und Sonntag ein Glasverbot durchsetzen. Alle Narren im Dienst seien auch an gewiesen, alle anzusprechen, die aus der Rolle fielen. Rainer Schacherer, Jugendsachbearbeiter bei der Polizei in Singen kündigte an, dass man mit entsprechenden Kräften vor Ort sein werde. Nicht um den Narren das Fest zu verderben, sondern damit alle eine schöne und friedliche Fastnacht erleben können. In diesem Sinne werden gemsichte Jugendschutzstreifen unterwegs sein. Beatrix Gabele, Gesamtelternbeiratsvorsitzende, hebt die Vorbildfunktion der Eltern hervor. Alle zusammen sich sich auch Singer: Singen kann damit eine attraktive Fastnacht feiern.
Quelle: Singener Wochenblatt, 08.02.2012 Autor Oliver Fiedler
 
Narrenspiegel 2012
»S duet's scho no«
Poppele wollen lieber einen Krankenhaus-Verband

Eine rauschende Gala führten die über 200 Akteure des Poppele-Narrenspiegels am Freitagabend in der Singener Stadthalle auf. Und das erstmals mit einer wirklichen Revue, denn zum Finale gab es »Poppeles Panoptikum« für fast eine Stunde in sechs Bildern, bei der Stars wie Elvis Presley, Tina Turner auftraten und die Fastenkuren des Apothekers Danassis, die Landtagswahlen, den Wunsch des OB's die Stadt zu retten oder auch den durch stets zur Unzeit durch die Fußgängerzone radelnden Gemeinderat und Hilfsheriff Peter Hänsler auf die Schippe nahmen und per Rap auch der Integration von Jugendlichen den nötigen Raum gaben. Die Wiederaufführung der großen Heirat der Stadt mit den Stadtteilen und gleich vier Bräuten und den Versprechen aus der Eingemeindung auf der Bühne stellte einen erstklassigen Höhepunkt dar. Angefangen hatte zur Premiere allerdings mit einer Panne. Denn als der Narrensamen (Leitung Elsbeth Luzio) mit einem Ufo auf der Bühne landet, ging mitten im »Popcorn« die Musik aus. Doch dann ging technisch nichts mehr schief. Burggeist Poppolius vum Kraien (Timo Heckel) kündigte viele Spiegel an, die den Verantwortltichen in der Region vorgehalten werden müssten. Die Bänklefurzer kamen in diesem Jahr mit einer Jugendgang auch sprachlich in Konflikt, tranken dieser aber gleich den Wodka weg. Die Narreneltern Bernfried Haungs und Peter Kaufmann luden schon zur Vernissage für das neue Museum »Art & Cars« ein und holten OB Oliver Ehret als Kunsthalter auf die Bühne. Die »Drei Damen« (Angelika Berner-Assfalg, Eilsabeth Paul und Angelika Kohler Grimm) pflegten in ihrem Massagestudio den geplanten OB - Sparkassenchef Volker Wirth sollte geschröpft werden. Der Lehrerchor klagte über das Verschwinden Singen von den Bildschirmen des regionalen TV und das Verschwinden des ICE, Fidele und Nazi (Rudi Grundmüller und Ali Knoblauch) entdeckten dazu ein »Schwarzes Loch« auf der Karte von Singen, das Kunsthallen-Areal. Eigentlich wollten sie ja den Hohentwiel beleuchten. Holger Marxer und Patrik Bendel hatten manchen »Frauenwitz« auf Lager und freuten sich, dass die Stadt die Backstube des Café Herold gekauft hatte. So könnte man endliche kleinerer Brötchen backen. Zunftmeister Stephan Glunk verkniff sich bei seinen musikalischen Auftritten das Thema Kreisklinik keineswegs: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Verbund brauche man nun einen Verband, um erst mal alte Wunden zu heilen, so sein Ratschlag. Sichtlich bewegt war er über eine besondere Spende: Denn Walter Fröhlich (Wafrö) hat für diese Fastnacht nach langer Pause wieder ein Lied geschrieben, und das sangen alle zusammen. (of)
Quelle: Singener Wochenblatt, 08.02.2012 Autor Oliver Fiedler
 
Narrenspiegel 2012
Nachwuchs wirbelt Narrenspiegel auf

„S duet's schono“ lautet das diesjährige Fasnetsmotto der Singener Poppele-Zunft. Gleich zu Beginn der ersten Nummer tat es aber nicht wie es sollte – mitten im intergalaktischen Tanz „Ein Ufo landet“ der Kindergruppe fiel die Musik aus. Wie die Profis ließen sich diese aber nichts anmerken, starteten noch einmal neu durch und heizten die Stimmung in der gut besuchten Stadthalle an. Ein Blick auf das Programm offenbarte dem Premierenpublikum, dass es dieses Mal viel Neues erwarten würde. Neben bewährten Nummern wie dem Auftritt von „Fidele und Nazi“, den „Bänklefurzern“ oder dem Lehrer- und Poppelechor verhießen Auftritte wie „Vom Chillen“, „Wellness“ oder „Poppele-Rap“ frischen Wind.
Die „Nacht der Nächte“ zeige Singen im Spiegel, kündigte der Poppele seinen Zuhörern mit hämischem Lachen an und sollte Recht behalten. Mit dem „Rostbolle von vor der Stadthalle“ und einem „Old-Eimer“ hatten es sich die Narreneltern in den Kopf gesetzt, bei der Bestückung des neuen Kunsthauses „Arts& Cars“ aktiv mitzuwirken. Den Generationenkonflikt lösten die Bänklefurzer Norbert Eckert, Uli Götz, Bernfried Haungs und Babsi Lienhard dank dem jungen Zuwachs durch Claudius und Clara Paul, Sebastian Gönner, Max Jäger und Moritz Geiger und ließen sich in Sachen Jugendsprache schulen.
Dass beim Angeln Stille herrscht, widerlegten Holger Marxer und Patrik Brendel. Mit der Angel in der Hand sinnierten sie über den Sport in Singen, die Verwandlung der Marktpassage in einen Schuhladen und über das geschlossene Café Herold, in dem städtische Mitarbeiter, nach dem Kauf durch die Stadt bei der nächsten Finanzkrise kleine Brötchen backen könnten.
Wie sie sich die Nachtwanderer vorstellen, die schon bald in der Singener Innenstadt für mehr Sicherheit sorgen sollen, zeigte die Rebwiebertanzgruppe in knappen Uniformen. Ein Poppele-Narrenspiegel wäre keiner, wenn nicht Zunftmeister Stephan Glunk mit seiner Gitarre auf der Bühne stünde und sich den Themen aus Kommunalpolitik und Kultur vor Ort annehmen würde. Dass es dank Walter Fröhlich (Wafrö) seit langem wieder ein Lied zum Fasnetsmotto gibt, machte den Zunftmeister sichtlich stolz und animierte das Publikum zum munteren Mitsingen.
Für schallendes Gelächter, das dem ein oder anderen sogar die Tränen in die Augen trieb, sorgten Elisabeth Paul, Angelika Berner-Assfalg und Angelika Kohler-Grimm. Sie verwandelten die Bühne kurzerhand in einen Wellness-Salon für gestresste städtische Angestellte. Hier wurde OB Ehret geschröpft, Sparkassen-Chef Volker Wirth strampelte auf dem Ergometer und für Bürgermeister Bernd Häusler gab es eine Gesichtsmassage mit Lymphdrainage für das Erscheinungsbild. Mit einer ordentlichen Prise Ironie und Humor der trockensten Sorte persiflierten die Damen die Zipperlein und Eigenarten ihrer„Kunden“. Rudi Grundmüller und Ali Knoblauch machten sich dagegen als Fidele und Nazi auf den Weg zum Hohentwiel, um diesen mit tierfreundlichen Laternen zu beleuchten.
Zu später Stunde tauchte das Publikum in „Poppeles Panoptikum“ ein und verfolgte wie Stadtrat Peter Hänssler Strafzettel an OB und Co verteilte, wie Oliver Ehret zur Melodie von Tim Bendzko die „Stadt rettet“ und dass Rebwieb, Hansele, Hooriger Bär, Zunftgeselle und Schellenhanselesich auch als Rapper eine gute Figur abgeben.
Die Verjüngungskur beim Poppele-Narrenspiegel zeigte Wirkung. Die jungen Darsteller brachten frischen Wind in die Veranstaltung und bewiesen, dass moderne und traditionelle Inhalte harmonieren können. Stimmungsvoll unterhielten Hans Seilers „Aussteiger“ aus Gottmadingen musikalisch.

Mitwirkende

  • Kindertanzgruppe: Frieda Biehler, Jakob Biehler, Lisa Braun, Sarah Ficht, Kim Georg, Paulina Glöckler, Lennart Heckel, Marlen Heckel, Julia Horn, Vanessa Jäckle, Hanna Lenz, Xaver Luzio, Leonie Schüttler, Anna Seeberger, Lena Skowronek, Julia Stemmer, Maximilian Waibel, Benita Weber; Leitung: Elsbeth Luzio
  • Fanfarenzug: Leitung Thomas Vater
  • Poppeledarsteller: Timo Heckel
  • Narreneltern: Bernfried Haungs, Peter Kaufmann, Sven Strauss, Julia Holzinger
  • Rebwieber-Tanzgruppe I: Katharina Bruch, Bettina Gerber-Denzel, Gabriele Hug, Cornelia Jäckle, Karin Marxer, Larissa Merz, Petra Mollnau, Sabine Skowronek, Doris Stemmer, Carolin Veit; Leitung: Inge Kaufmann
  • Lehrerchor: Martin Achberger, Jochen Freiberg, Ingrid Geiger,
    Karl Glunk, Jürgen Gruber, Beate Grundmüller, Manfred Haid, Matthias Hall, Daniel Meiselbach, Klaus Michel, Norbert Schafheutle, Raphaela Strunz, Michael Wilmeroth; Leitung: Johannes Milles
  • Moderations-Band: Denis Fischer, Lars Kaiser, Benedikt Ruf, Steffen Genseleiter
  • Rebwieber-Tanzgruppe I: Maike Andersen, Anja Bangert, Agnes Eckert, Elisabeth Graf, Sabrina Gralki, Sarah Kayser, Lisa Lang, Sabrina Sykulla; Leitung: Franziska Eckert
  • Fotoshow: Ali Knoblauch, Claudius Paul, Simon Götz
  • Mission Ehret: Flavia Götz, Simon Götz, Benedikt Ruf
  • Poppele-Rap: Lisa Braun, Sebastian Braun, Flavia Götz, Timo Heckel, Alexander Knoblauch; Leitung: Simon Götz
  • Brautszene: Holger Altevogt, Karl Götz; Heiko Glunk, Tobias Horn, Thomas Biehler
  • Karaoke-Gruppe: Sandra Korhummel, Raphaela Strunz, Dieter Bormacher, Marc Burzinski, Christine Kaufmann
  • Poppelechor: Christine Böhler, Dieter Bormacher, Hermann Drumm, Maria Drumm, Sandra Gäng-Decker, Karl Götz, Stefan Harter, Peter Kaufmann, Babsi Lienhardt, Peter Lienhardt, Corinna Marxer, Gisela Mauch, Reiner Mauch, Hans-Peter Muas, Marita Maus, Ursula Nowak, Arno Richter, Beate Ruf, Susanne Sättele, Jutta Schnabel, Jürgen Schrotter, Waltraut Torreiter, Dorothea Wintter, Winfried Wintter, Christina Zanin; Leitung: Ekkehard Halmer
  • Texter: Walter Fröhlich, Karl Glunk, Stephan Glunk, Peter Kaufmann, Ali Knoblauch, Ekkehard Halmer, Klaus Michel, Beatrix Glunk, Simon Götz, Elisabeth Paul
  • Regie: Ekkehard Halmer, Stephan Glunk
  • Bühnenbild: Gero Hellmuth
  • Tontechnik: Christoph Schaible
  • Beleuchtung: Josef Oehmann, Eugen Maier

Quelle: Südkurier, 06.02.2012 Autor Helene Wiesendanger
 

50 Jahre Poppele-Rat
Reinhard Kornmayer blickt auf ein seltenes Vereinsjubiläum

1948: Reinhard Kornmayer (vorne) als „Jungelfer“. Dahinter (v.l.): Herbert Harder, Rudi Woller, Willy Kornmayer (Vater), Hans Meier und Friedrich Pross.

Reinhard Kornmayer durfte im Jahr 2011 ein sehr seltenes Vereinsjubiläum feiern - 50 Jahre Poppele-Rat. Die Mitgliedschaft in der Poppele-Zunft wurde ihm familiär bedingt bereits in die Wiege gelegt, doch als Poppele-Rat konnte er im Jahr 2011 auf 50 Jahre zurückblicken - ein Jubiläum im Ehrenamt, das heute kaum noch vorstellbar ist. Bereits 1948 wurde Reinhard durch seinen Vater und Vorkriegs-Zunftmeister Willi Kornmayer die Ehre zuteil, als so genannter „Jungelfer“ berufen zu werden. 1949 trug Reinhard das erste Blätzli-Hansel, das Ehrenzunftmeister Hans Maier zur Wiedergeburt der ältesten Singener Fasnetgestalten (neben dem Hoorigen Bär) zum ersten Mal der Öffentlichkeit in der Scheffelhalle vorstellte. In den Jahren 1956 bis 1990 blies er in die Fanfaren des Poppele-Fanfarenzuges. In der Geschichte des 50-jährigen Poppele-Narrenspiegels ist Reinhard der einzige, der bis heute alle Jahre auf der Bühne musikalisch mitwirkte. Im Jahr 1961 wurde er als Beitragsverwalter in den Rat berufen und sorgte damit jahrzehntelang für das finanzielle Wohl der Zunft. 1990 trat er quasi in die Fußspuren seines Vaters und übernahm die Aufgaben des Zunftkanzlers. 10 Jahre lang, bis 2000, gestaltete er die Geschicke des Vereins als Kanzler mit. Im Jahr 2000 war es sein Wunsch, sich zukünftig seiner großen Leidenschaft zu widmen und sich um die Chronik der Poppele-Zunft zu kümmern. Er führt bis heute das Amt des Archivars aus, wovon die Poppele-Zunft aufgrund seines unglaublichen Sachverstands und seines unerschöpflichen Wissens um die Geschichte der Poppele-Zunft und der Fasnet in Singen profitiert.
Wir gratulieren Reinhard Kornmayer zu seinem fabelhaften Jubiläum „50 Jahre Poppele-Rat“.
 

2011:
Reinhard Kornmayer

 

10.01.2012
Jung und Alt gemeinsam an einem Tisch
Poppele wollen verjüngt und mit neuem Elan Fasnet feiern. Poppele-Zunft stellt das Programm der Fasnet vor.
Die Zunft will künftig jüngere Mitglieder vermehrt in das Fasnachtsprogramm einbinden. Die Poppele haben sich selbst eine Verjüngungskur auferlegt. Was jetzt nicht heißen soll, dass die Mitglieder ab sofort nur noch in der Frühchenstation rekrutiert werden. Vielmehr haben die Singener Narren ihrem Narrenfahrplan eine Frischzellenkur zukommen lassen. "Wir wollen unsere jüngeren Mitglieder mehr in das Programm einbeziehen", erklärt Holger Marxer, Säckelmeister der Poppele. Mehr Pfiff und neuen Elan versprechen sich die Macher davon. So wird erstmals die Kindertanzgruppe beim Narrenspiegel auftreten. "Das ist ein Zeichen des Umbruchs", wie Zunftmeister Stephan Glunk stolz verkündet. Doch wer da glauben sollte, dass ältere Generationen bei der Fasnet auf einem Abstellgleis geparkt werden würden, hat weit gefehlt. Jung und Alt gemeinsam an einem Tisch heißt das Motto. So werden die Bänklefurzer wie gewohnt auftreten – verstärkt durch eine Jugendgruppe, die urplötzlich und natürlich absolut zufällig auf der Bühne erscheint und mit ihrer eigenen Jugendsprache für erstaunte Gesichter unter den Älteren sorgt. "Da lernen wir dann, was chillen eigentlich bedeutet", sagt Glunk mit großen Augen. Am Schmutzigen Dunschdig werden die Poppele den Rathausplatz wieder in eine riesige Partymeile verwandeln. Ein Nonstop-Programm wird von 10 bis 24 Uhr für jeden Narren etwas bieten. "Wir haben für das Konzept viel Geld in die Hand genommen. Unser Ziel muss es bleiben, dass der Rathausplatz besonders am Schmutzigen Dunschdig so belebt ist, dass niemand am Abend nach Radolfzell oder Konstanz gehen muss", so Glunk. 2011 war Geburtsjahr des Konzeptes – die zahlreichen positiven Rückmeldungen haben die Poppele darin bestärkt, auch in Zukunft den Rathausplatz miteinzubeziehen. Rund um das Rathaus gilt einheitliches Pfandsystem mit Trinkbechern aus Hartplastik und damit ein Glasverbot. Die Pfandbecher können an allen Ständen abgegeben werden. Damit schlagen die Narren mehrere Fliegen mit einer Klatsche: Sie unterstützen den Jugendschutz und sorgen für einen sauberen Rathausplatz. Auch am Samstag und am Sonntag wird der Platz bewirtet sein. Die DJK Handball-Abteilung, die Feuerwehr sowie der Round Table sind die Dauerbrenner und werden drei Tage lang ausschenken.
Quelle: Südkurier, vom 10.01.2012 von ANDREAS SCHULER
 
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Stand: 10. Februar 2012